Erbe ethnischer Kulturen im Gebiet der Ukraine - Gold von Skythen und Denkmaler der Antike

Als breiter Streifen werden die malerischen ukrainischen Steppen ausgestreckt, die durch wasserreiche Flusse in Teile zerschnitten sind. Seit uralten Zeiten siedelten sich die verwandtschaftlichen, durch keine Hindernisse zu beengenden Volker auf diesen wie ein Meer endlosen weiten Raumen an. Hier nahmen gleichartige ethnische Kulturen einen Aufschwung und bildeten sich die Staaten, die oft sehr kurzlebig waren. Hier fuhrten die Wege verheerender Eroberungen und großer Umsiedlungen von Völkern. Die Cimmeraner, Skythen, Sarmaten, Griechen-Kolonisten, Goten, Hunnen, die zahlreichen fruhslawischen und Turk- und bulgarischen Stämme... Die Steppe, wie auch das Meer, war selten ruhig: bald an deren einer Stelle, bald an der anderen entstanden die Stürme, die die Hügelgräber (Erddämme) oft verwehten, das sind die Wesenszuge der Landschaft der ukrainischen Steppen. Durch besonders große Maße und Kompliziertheit des Grabaufbaues werden die Hugelgraber mit Beerdigungen von skythischen Führern gekennzeichnet. Die meisten skythischen Hügelgräber wurden bereits durch deren Zeitgenossen ausgeplundert, jedoch...

Im Museum für geschichtliche Kostbarkeiten der Ukraine, unter unschätzbaren Kunstwerken verschiedener Jahrhunderte zeichnet sich das eine - Pektoral - aus, das irgendwann ins Grab des skythischen Zaren eingelegt wurde. Das Pektoral ist ein Brustschmuck oder ein Teil der Gefechtsrustung, das nicht selten als Machtmerkmal diente. Das skythische Pektoral hat im Durchmesser von 30,6 Zentimeter und wiegt 1150 Gramm. Das ganze Werk ist aus purem 998 gestempeltem Gold, der klaren sonnigen Farbe gefertigt. Das skythische Pektoral ist der beinah beruhmteste Gegenstand, der während der ganzen Geschichte der ukrainischen Archäologie gefunden wurde. Dieser ist vielleicht mit der Erö;ffnung des Grabmals von Tutankhamon in Ägypten vergleichbar. Diese bewundernswerte Sache wurde im Jahre 1971 vom Archäologen und Dichter Boris Mosolewskij aufgefunden. Der Fundort ist das Hügelgrab Towsta Mogyla in der ukrainischen Steppe im Dnepropetrowsker Gebiet. Wir kennen den Namen des Schöpfers nicht, der dieses Wunder schuf, und sogar das, ob er der Skythe oder der Grieche war. Es ist auch unbekannt, wann dieses Meisterwerk genau und auf wessen Erlaß erschien, es wurde nur festgestellt, daß es etwa in V. - IV. Jh. v.u.Z. erschien. Es ist offenbar, daß die vier auf dem Pektoral dargestellten Skythen so aussehen, wie deren meisten Stammesgenossen. Die große Anzahl von Golderzeugnissen, die in Steppenhugelgrabern der Ukraine (Solocha und Gajmanowa Mogyla im Saporoshjeer Gebiet, Tschertomlyk im Dnepropetrowsker Gebiet, Kul-Oba auf der Krim, in den skythischen Hügelgräbern des Chersoner Gebiets u.a.) gefunden wurden, stellen uns die Menschen jener Zeiten realistisch, und nicht stilisiert vor, wie wir es am Beispiel der Darstellung von Göttern unter den Denkmälern des antiken Griechenlands sehen. Über dieses uralte, verschwundene Volk gibt es eine große Anzahl von geschichtlichen Informationen. Die Skythen hatten keine Schriftsprache, aber von ihnen schrieb der "Vater der Geschichte" der Grieche Herodotus. Es ist bekannt, daß die Skythen mit Griechen aktiv handelten, die in ihren Stadtstaaten (zur Zeit an der ukrainischen Kuste des Schwarzen Meers) wohnten. Woher sind sie in die nördliche Region des Schwarzen Meers gekommen, ist es glaubwurdig nicht bekannt. Es wird angenommen, daß sie aus dem Osten kamen und die Stämme von Cimmeranern verdrängten, die die breiten Steppen ansiedelten, die jetzt die Ukraine genannt werden. Es ist offenbar, daß die Skythen im Laufe von einigen Jahrhunderten auf dem größten Teil der heutigen Ukraine herrschten. Von deren Umgang mit Griechen zeugt eine große Anzahl von hellenischen Munzen, verschiedenartigen Ton- und kostbaren Erzeugnissen, die in skythischen Beerdigungen gefunden wurden. Die Sarmaten verdrangten die Skythen aus dem Osten, und später die Goten aus dem Norden in andere Länder. Ein Teil ehemaliger Herren von Steppen schuf ein Konigreich auf der Halbinsel Krim mit der Hauptstadt Neapel Skythisches. Es sind die Körnergruben, die Reste der machtigen Abwehrwande, des Mausoleums des skythischen Zaren Skilur heutzutage neben der Stadt Simferopol zu ersehen. Die zahlreichen archäologischen Funde bewiesen, daß die Herodotus' Chroniken keine Belletristik waren und nicht auf den Geruchten, sondern auf reellen Tatsachen aufbauten. Der bekannte Historiker wanderte viel und machte ausführliche Notizen. Er besuchte auch die Nordküsten von Pontus Euxinus (des Schwarzen Meers). Wenn man dem Herodotus glaubt, so erschienen die Skythen auf der geschichtlichen Arena danach, als sie bei der Belagerung der Stadt Nineveh, der Hauptstadt von Assyria, siegten. Später verdrangten sie die Cimmeraner aus ihren Ländern und versuchten sogar, Ägypten zu erobern. Der größte Fluß in Ländern der Skythen war der Fluß Borisphen (Dnepr). Nach dem Wasserreichtum, der Anzahl von Fisch, der Fruchtbarkeit von Uferboden und der Qualität von Weiden vergleicht der uralte Historiker ihn mit dem ägyptischen Nil. Deshalb ist es nicht zu verwundern, daß der machtvoller "Zar von Zaren" Darius den Wunsch zeigte, diese reiche Region zu unterwerfen. Im Jahre 512 v.u.Z. drang die unzählbare persische Armee, wahrend sie alles von ihrem Wege wegfegte, in die neben dem Schwarzen Meer liegenden Steppen ein. Darius wurde gewarnt, daß die Skythen ein starkes, grausames und freiheitsliebendes Volk ist, deshalb ist es, schwer zu besiegen. Er aber horchte auf die Warnungen nicht. Die Skythen, als sie sich zurückzogen, verwandten die Taktik des "ausgebrannten Bodens" und der unerwarteten Einfälle. Als der Gegner endgültig ermattet war, kehrten die Nomaden ihm entgegen um und versetzten einen entscheidenden Schlag. Die Perser wurden geschlagen, und Darius lief weit vor seinem Heer, um nachfolgend ruhmlos zu versterben. Die Skythen waren vortreffliche Reiter und Bogenschützen. Irgendwer von ihnen beschäftigte sich wirklich mit Ermordungen und Beraubungen, skalpierte die Feinde und trank Wein aus ihren Schädeln. Und zugleich waren die Skythen auch ein kluges Volk. Dies wurde von der Episode des persisch-skytischen Krieges bescheinigt, als die skytischen Fuhrer dem Darius die Geschenke, ein Vogel, einen Frosch und ein Bündel von Pfeilen übergaben. Der Eilbote gab auf, den Persern diese Botschaft zu erklären und schlug ihnen vor, diese von selbst zu erraten. Nach den langen Überlegungen klärten die Weisen dem Darius den Sinn der Botschaft auf. Es wurde den Persern vorgeschlagen, entweder zu Vogeln zu werden und in den Himmel zu fliegen, oder zu Mäusen, und sich unter die Erde zu verstecken, aber niemals mehr gegen die Skythen zu gehen, um in ihre Pfeile nicht zu geraten. Herodotus beschrieb in seinem Buch das Beerdigungsritual des Zaren von "königlichen Skythen" der machtvollsten unter skytischen Stämmen. Der Körper des Zaren wurde bereinigt und einbalsamiert, wonach auf ein großes Bett aus Blättern gelegt, von beiden Seiten wurden die Speere befestigt und mit Brettern bedeckt. Nebenan wurden die getoteten beliebten Pferde des Zaren, seine erwurgte Liebhaberin, der Koch, Hausangestellten begraben sowie goldene Becher, kostbare Waffen und andere Sachen zusammengelegt, die der Zar im Jenseits benötigen konnte. Nachdem die Skythen es erledigt hatten, schütteten sie ein moglichst hohes Hügelgrab und begraben ringsum die funfzig besten Pferde mit Reitern, die auch traditionsgemäß dieses Volkes erwürgt wurden. So begruben sie die Zaren. Und nach einem Jahrtausend besetzten viele Gold- und Tonsachen, darunter auch das berühmte Pektoral, die Kunstwerke ihre Ehrenplätze in Museen der Ukraine und fesselten die Aufmerksamkeit der führenden Wissenschaftler. Es ist nicht bekannt, wieviel noch Geheimnisse bergen die nicht geforschten, durch die Steppen auseinandergeworfenen Hügelgräber, diese "ukrainischen Pyramiden, stumme Zeugen der verflossenen Erhabenheit des uralten Skythenland.

Die neuen Ansiedler gerieten ins Gebiet der Ukraine nicht nur durch die Steppe, sondern auch mit dem Schiff. Mitte des VII. Jh. v.u.Z. erschienen die Griechen an der Küste des Schwarzen Meers. Sie machten sich auf den Weg aus übervölkertem Hellas auf der Suche nach neuen Böden, die zum Ackerbau geeignet sind, nach Rohstoffquellen, Absatzmärkten für ihre Waren... Als sie das Obdach an der Küste des Schwarzen Meers fanden, begründeten sie dort ihre Kolonien. Der Stadtstaat Olvia (griechisch: glückliche) wurde durch die griechischen Umsiedler Anfang des VI. Jh. v.u.Z. gegründet und existierte fast von eintausend Jahren. Olvia wurde in Werken vieler uralter Autoren erwähnt, insbesondere von Herodotus und Dion Christom. Die Stadt gehörte zum Athener Meerbund. Zu Zeiten der größten Blute erreichte das Territorium der Stadt von 55 Hektar, deren Nekropole von bis 500 Hektar, und an den Ufern von Bug-, Dnepr- und Beresanliman befanden sich etwa 150 Dorfsiedlungen. Die systematischen archäologischen Forschungen wurden im Jahre 1900 begonnen. Während der Ausgrabungen wurden die Reste der gesellschaftlichen und privaten Bauten, eine große Menge der Kunstwerke von hohem künstlerischem Wert entdeckt, die sich heutzutage in Museen von Kyjiw, Nikolajew, Odessa, Cherson, Poltawa sowie Berlin, London, Paris und Petersburg befinden. Im Jahre 1926 wurde das Staatliche kulturgeschichtliche Schutzgebiet Olvia als Komplex der Denkmäler von Resten der antiken Stadt Olvia errichtet. Deren Gelande umfaßt zirka 330 Hektar. Das Schutzgebiet befindet sich im Nikolajewer Gebiet, nicht weit von der Stadt Otschakow. In die Zusammensetzung wurde auch die Insel Beresan mit Resten der uralten altgriechischen Siedlung in der Nordregion des Schwarzen Meers Borispheniden (Mitte des VII. Jh. v.u.Z.) eingeschlossen. Bei Forschungen von Olvia und von Borispheniden nehmen die berühmten Archäologen aus Deutschland, der USA, Frankreich, Griechenland, Rußland und anderen Ländern auch heutzutage teil. Das Denkmal der Weltbedeutung, das Chersoneser staatliche archäologischgeschichtliche Schutzgebietsmuseum befindet sich in der Stadt Sewastopol. Es ist eines der bedeutendsten Denkmäler der uralten antiken Kultur im Gebiet der Ukraine, das von internationaler Bedeutung ist und befindet sich am Ort der uralten griechischen Stadt Chersones. Zum Schutzgebiet gehören das archäologischgeschichtliche Museum, dessen Bestände ungefähr 200 Tausend von Gegenständen zählen, und die prähistorische Siedlung. Unter den Museumsstucken gibt es viele einzigartige Stucke, so wie: das epigraphische Denkmal - die Marmorplatte mit dem Text des Eides der Bürger von Chersones, die Fragmente der Freskomalerei, die Muster des griechischen Mosaiks. Besonderes Interesse bei Touristen lösen die Ausgrabungen der antiken Stadt mit ihren Straßen, Plätzen und einzelnen Bauten aus: Säulen der Basilika, M&auuml;nzamt, Theater der III. - II. Jh. v.u.Z., das einzige antike Theater, das es gelang, im Gebiet der Ukraine zu finden. Im südöstlichen Teil der Stadt sind die Abschnitte von Verteidigungswänden, der Turm von Senon, das Tor (IV. - III. Jh. v.u.Z.) gut erhalten. Wie es bekannt ist, nahm der Kyjuwer Fürst Wolodymyr das Christentum gerade in Chersones im Jahre 988 an, und dann taufte er Kyjiwer Rus. Die ersten Ausgrabungen von Chersones wurden im Jahre 1827 nach Verlauf von 400 Jahren des Unterganges der von Tataren-Mongolen vernichteten Stadt vorgenommen. Die Hunderte von einzigartigen Funden, die zum Eigentum der Weltkultur wurden, wurden während des mehr als anderthalb Jahrhunderts aus Ruinen des antiken Chersones herausgezogen. Im guten Zustand kamen die Meisterstücke der antiken Malerei, Architektur, Gegenstände der Arbeit und Lebensweise zu unseren Tagen. Es wurde eine große Sammlung von altgriechischen und lateinischen Inschriften auf Stein zusammengetragen, anhand deren die Geschichte dieses Zentrums fur uralte Zivilisation auf der Krim wiederhergestellt wurde. Auf der Krim gibt es viele uralte Städte und Ansiedlungen. Die Stadt Kertsch ist die uralte davon, deren Alter 26 Jahrhunderte beträgt. Hier, an der westlichen Küste von Bosporus Cimmeraner, Kertscher Meerenge, begründeten die Gebürtigen aus der ionischen Stadt Milet im VII. Jh. v.u.Z. die Ansiedlung Panthykapeus. Diese erste Handelsfaktorei wurde mit der Zeit zur größten antiken Stadt im Osten der Krim. Die Entstehung von Panthykapeus legte den Grundstein zur Kolonisation von Hellenen der Küste der Krim. Nachdem Panthykapeus alle griechischen Kolonien auf der Kertscher Halbinsel zum Jahr 480 v.u.Z. um sich vereinigt hatte, war es innerhalb von 900 Jahren die Hauptstadt des machtvollen Bosporuser Sklavenhalterstaates, der von beiden Seiten der Meerenge lag. Anfang des II. Jh. v.u.Z. begann das Bosporuser Königreich, in Verfall zu geraten und dessen Zar Perisad beschloß, die Macht dem machtvollen Herrscher von Pont Mitridat der VI. Eupathor zu übergeben. Und er büßte das: im Jahre 107 v.u.Z. töteten die Einwohner von Panthykapeus den Perisad und erklärten den Skythen Sawmak zum Zaren. Der empörte Mitridat richtete nach Taurik seine Armee und Flotte an der Spitze mit dem Heerführer Diophant. Nach der Niederlage erwies sich das Bosporuser Königreich in der Zusammensetzung des Ponter Staates. Und nach dem Untergang von Mitridat geriet Panthykapeus in die Abhängigkeit von Rom. Im IV. Jh. teilte es das Schicksal anderer Städte, es wurde durch die auf die Krim zusammengestromten Hunnen völlig zerstort. Heutzutage befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Panthykapeus, der antiken prähistorischen Siedlungen Nimphea, Mirmekia, Tiritaki, Pophenia, das antike steinerne Grabgewölbe von Demeter, das Zarenhügelgrab (eine großartige im IV. Jh. v.u.Z. errichtete Totengruft), die berühmten Kul-Oba, Golden- und Melek-Tschesmener-Hügelgräber, das in der Ukraine älteste Archäologischgeschichtliche Museum im Gelände des Staatlichen kulturgeschichtlichen Schutzgebiets in Kertsch, dessen Fläche 800 Hektar beträgt.

Durch ihre Geschichte sind auch andere griechische Stadte berühmt, die in VI. - V. Jh. v.u.Z. an der Küste des Schwarzen Meeres gegrundet: Feodossija (durch den Gott gegeben), Tira (Siedlung Sudak), Kerkinitida (Stadt Jewpatorija).

Die Touristenagentur "Lybid-Kyjiw" lädt Sie ein, eine spannende Reise durch den Suden der Ukraine zu machen und sich mit wertvollen Denkmalern, Kunstmeisterstucken der skythischen und griechischen Zivilisation bekannt zu machen
 

17 Pavlivska Str., Kyiv 01054, Ukraine Tel.: 380 (44) 569-1050(multichannel), Fax.: 569-1051 E-mail: tour@lybid-kiev.com.ua

Все права принадлежат ТА "Лыбидь-Киев" © 1998 - 2007
Создание сайта - www.htd.kiev.ua © 1998 - 2007